Castletownbere ist ein kleiner Hafenort an der Südwestküste Irlands. Nur knapp tausend Seelen leben dort, doch der Hafen ist bekannt für die Fischerei und Heimat einer der wichtigsten Stationen RNLI. Einsatzgebiet der freiwilligen Seenotretter ist der oft stürmische Atlantik.
Die Rettungsstation, strategisch gut in der Bantry Bay gelegen, ist mit modernen Booten ausgestattet und rund um die Uhr einsatzbereit. Ein Team aus Ehrenamtlichen (!) riskiert regelmäßig das eigene Leben, um in Not geratenen Fischern, Seglern und Freizeitkapitänen zu helfen.
Nun gab es wieder einen spektakulären Einsatz.
In den frühen Morgenstunden am Sonntag schlugen die Pager der Seenotretter an. Ein Trawler meldete einen Ausfall des Stroms – bei ruppigem Wetter und fünf Meter hohen Wellen. Außerdem gab es einen Wassereinbruch an Bord. Fischer in Lebensgefahr!
Die freiwillige Rettungsmannschaft lief wenige Minuten später, um 4:30 Uhr aus und machte sich mit Höchstgeschwindigkeit zum Einsatzort südwestlich von Blackball Head.
Solidarität auf See
Ein anderes Fischerboot, dessen Crew vom Notfall erfahren hatte, war bereits eingetroffen. Solidarität auf See. Die Bedingungen werden im Einsatzbericht mit Windstärke 7 aus südöstlicher Richtung und einer fünf Meter hohe Dünung beschrieben. Was nun?
Der Vormann entschied nach einer Lagebeurteilung, einen Abschleppversuch zu versuchen. Der Besatzung gelang es, unter schwierigsten Bedingungen eine Schleppleine anzubringen. Das Manöver – nautisch sehr anspruchsvoll – gelang. Das Rettungsboot schleppte den Trawler langsam zurück zum Hafen von Castletownbere. Ein örtlicher Schlepper half beim Anlegen des Bootes an die Pier.
Alles gut gegangen…